Fünf Spiele bis zur Winterpause
18.11.2010 von FelixEs sind noch fünf Spiele bis zur Winterpause. Für Hertha scheint die Aufgabe morgen in Osnabrück die leichteste bis zur verdienten Weihnachtserholung zu sein. Danach spielt man noch zuhause gegen die aktuell zweiten und dritten Erzgebirge Aue und MSV Duisburg. Sowie Auswärtsspiele in Bayern beim FC Augsburg (6.) und 1860 München (7.), die beide mit 20 Punkten Anschluss an die Aufstiegsplätze halten.
Man hat also die Chance sich weiter von den Verfolgern zu distanzieren, allerdings können diese Wochen der Wahrheit das Aufstiegrennen nochmal richtig spannend machen. Daher ist ein Erfolg morgen in der osnabrücker Osnatelarena (16100 Plätze), deren bester Schütze Nicky Adler mit vier Treffern ist, um so wichtiger weil sie die Konkurrenz unter Zugzwang setzt und Polster für mögliche Punktverluste gegen die Tabellennachbarn sein kann.
In den bisherigen 16 Aufeinandertreffen schaffte Hertha Acht Siege bei 5 Niederlagen und drei Unentschieden. Dazu kommt ein Auswärtserfolg im Pokal mit Toren von Gimenez und Fathi. Aber Vorsicht. Der VFL hat von seinen 11 Punkten 10 Zuhause geholt und ist dort seit 39 (!) Spielen ungeschlagen.
Und Hertha hat ja selbst noch einige Baustellen im Kader. Der starke Kader birgt auch die Gefahr der Unzufriedenheit bei nicht eingesetzten Spielern. Da wären etwa die aus dem Verletztenlager zurückkehrenden Lustenberger und Beichler, oder etwa der Rekordbundesligaspieler Dardai der in seiner letzten Profisaison noch keine einzige Spielminute absolviert hat, allerdings eher ein Leisesprecher ist und dem Verein dem er viel verdankt kaum Unruhe bescheren wird. Mit Ramos' Rückkehr wird es auch wieder eng in der offensiven 3-er Reihe (4-er falls Domovchiyski trotz guter Torquote weiter mitgeschleppt wird. Im Prinzip steht er sich mit Raffael auf den Füßen.). Wird Ronny wieder auf die Bank verbannt oder ist Rukavytsya das Opfer (Auch der von Babbel wohlgelittene Schulz hofft auf Einsatzminuten)?
Nur in der Defensive stellt sich das Team von alleine auf, da Janker (gegen Vochum immerhin schon wieder auf der Bank) und der Etatmäßige Kapitän Mijatovic erst demnächst wieder einsatzfähig sein werden. Kaka der ja auch noch da wäre scheint nicht das Vertrauen von Markus Babbel zu genießen, dem ich wiederrum zutrauen die Aufstellung wohlbedacht und zielgerichtet zu machen und den Kader bei Laune zu halten.
Kniffelig wird auch die Frage ob der fulminant ins Rampenlicht gerückte Lassoga weiterhin den gehemmten Friend ersetzten wird. Die Qualität und vor allem die Reife sowie den Willen das Tor zu machen scheint er zu besitzen. Ihm bleibt allerdings wie dem ebenso rasant gestarteten Djuricin noch viel Zeit bis sie wirklich den Anspruch stellen können Stammspieler bei einem Verein wie Hertha zu sein. Das Potenzial bringen sie wohl mit. Friend legte derweilen Sonderschichten ein um sein Selbstvertrauen wiederzugewinnen.
Selbstvertrauen bräuchte auch Sascha Burchert für seine Entwicklung, dem momentan allerdings das Auslaufmodell Sejna vorgesetzt wird, der sicherlich gut in Form ist, sich aufs äußerste mit Hertha identifiziert und vielleicht eher in der Lage ist der Mannschaft Sicherheit zu geben. Es ist nur die Frage wann den Burchert nun aufgebaut werden soll, wenn nicht jetzt, zudem es ihm als Ersatzspieler auch nicht möglich ist im U23-Team Spielpraxis zu bekommen. Wer weiß, wie sich die Lage entwickelt wenn Aerts wieder spielfähig ist (entweder mit OP in der nächsten,oder bei günstigem Verlauf noch in dieser Spielzeit). Dem Holländer wurden ja diese Woche Meniskusschäden im Knie geglättet und Teile des beschädigten Kreuzbandes entfernt, das die Schwellung nach dem Ingolstadt-Spiel hervorgerufen haben soll.
Insgesamt herrscht gute Stimmung in Verein und Umfeld. Man schaut optimistisch voraus und hat des neue Frank Zander liegt gleich zu Aufstiegshymne erkoren. Auch wenn gegen Bochum mit 28973 so wenig Zuschauer wie noch nie in dieser Zweitligasaison den Weg ins Stadion fanden (natürlich auch wegen der üblichen Gründe: späte Anstoßzeit und Übertragung im Free-TV) war es eine Streicheleinheit für die Fans zu sehen wie das mutlose Spiel, dass Friedhelm Funkel von Hertha mit nach Bochum gebracht hat vom frischen Esprit der jungen Herthatruppe demontiert wurde. Selbst bei den Bochumer Chancen in der zweiten Halbzeit hatte man immer das Gefühl sie wurden eher durch Berliner Unachtsamkeit als durch Bochumer Spielwitz generiert.
Nur der Umstand, dass Ersatzkapitän Christian Lell nun doch nicht für Österreich spielberechtigt ist, wie er selbst annahm, trübt die Blau-Weiße Seligkeit. Da er bei seinen Jugendeinsatzen für Deutschland noch nicht österreichischer Staastsbürger war kann er laut FIFA-Statuten nicht mehr den Verband wechseln.