Frauen hauen

12.02.2011 von Felix
Die Frauen von Turbine Potsdam sind auf dem besten Weg Deutscher Meister zu werden.

Auch wenn man am 14. Spieltag bereits 4:1 beim mit exuisiten Nationalspielerinnen gespickten FFC Frankfurt (aktuelles Torverhältnis nach 17 Spielen ist +64 !) verlor, glaubte man wohl trotzdem weiterhin an sich und führt nun die Tabelle mit einen Punkt vorm FFFC wieder an.

In einer von wenigen starken Vereinen geprägten Liga hat naturgemäß der direkte Vergleich eine ungleich höhere Bedeutung als beispielsweise in der recht ausgeglichenen Männer - Bundesliga.

Die letzten Tage mit den Spielen der Topklubs gegeneinander waren daher ungeheuer spannend und abwechslungsreich zu beobachten. (Leider wiederrum auch im Gegensatz zu den Männer, wo der BVB einsam seine Kreise zieht.)

Am 16. Spieltag nämlich kam es zum Aufeinandertreffen des FCR 2001 Duisburg (der nicht etwa erst 2001 erst gegründet sondern aus einem anderen Verein ausgegliedert wurde) und dem Rekordmeister 1. FFC Frankfurt mit ihren beiden Starspielerinnen Inka Grings (FCR) und Birgit Prinz. Die Duisburgerin ist die Bundesligarekordtorschützin und knipste an diesem Tag zum 350. mal! Prinz (Rekordschützin des DFB mit 128! Länderspieltoren) konnte an diesem Tag mit ihrem Team nicht erwiedern und unterlag 0:1. Damit war Duisburg Tabellenführer.

Nachdem der 17. Spieltag größtenteils dem Wetter zum Opfer fiel, fand dann letzten Sonntag die vermeintliche Entscheidung statt:
In Potsdam empfing der 1. FFC Turbine den Spitzenreiter aus Duisburg. Inka Grinks, die im Jahr 2000 Gerd Müller-artig 38 mal getroffen hatte, blieb diesmal Torlos. Allerdings sorgte sie für den Aufreger der ersten Halbzeit als ihr Schuß das Torgebälk erzittern ließ.
Das Spiel lief weiter ausgeglichen vor sich hin, wobei Turbine der überlegenen spielerischen Klasse mannschaftliche Geschlossenheit entgegensetzte, bis Anja Mittag das Glück des Tüchtigen hatte (und auch zu nutzen wußte)- sie haute den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen!
Die in Karl-Marx-Stadt geborene und in Chemnitz und Aue aktiv gewesene (die aber trotzdem bereits an allen vier Deutschen Meisterschaften vom 1. FFC Turbine Potsdam mitgewirkt hatte) könnte damit endgültig aus dem Schatten von Klublegende Conny Pohler, jetzt Frankfurt, herrausgetreten sein.

Zeitgleich haute der FFFC wütend die kleinen 1.Fc Saarbrückerinnen mit 9:0 weg. Pohlers machte einen Hattrick.
Fünf Runden vor Schluß und nur noch mittelmaß vor der Brust haben die Ostdeutschen alle Möglichkeiten den Triumph einzufahren. Sie brauchen nur noch zu marschieren, dann steigt am Sonntag, 13.03. Anpfiff um 14:00 Uhr die Meisterparty im Karl-Liebknecht-Stadion zu Babelsberg.